Was wirklich nährt: Unterwegs zum Wohlfühlkörper

von Gabriele Wittmann

Frau hält sich zwei Tomaten vor die Augen
© Leon Schweer

Frau Schweppe, Sie haben eine Methode entwickelt, mit der sie behinderte Menschen zu gesünderem Essen verführen. Warum brauchen mobilitätseingeschränkte Menschen eine spezielle Ernährungsberatung?

Nina Schweppe: Rollstuhlfahrer haben zwar oft starke Arme, aber insgesamt nicht so viel Muskulatur, dass sie damit viele Kalorien verbrennen könnten. Also haben sie ein erhöhtes Risiko, Fettgewebe anzusetzen. Außerdem können sie oft nicht flexibel einkaufen oder kochen. Deswegen muss man in der Beratung immer berücksichtigen: Welche Gegebenheiten, welches Umfeld bringt der Mensch mit?

Welche Rolle spielt denn das Umfeld?

Manche Angehörige denken sich: »Der arme Rolli-Fahrer, der muss doch abends dann wenigstens noch ein Stück Kuchen bekommen.« Diese Reaktion ist von Grund auf falsch. Denn dieses Fütter- und Belohnungssyndrom schreibt sich dann früh ein. Und Menschen mit Behinderung haben große Schwierigkeiten, sich daraus wieder zu befreien.

Welches sind die gröbsten Ernährungsfehler?

Ernährungsfehler sind zunächst einmal inklusiv: Alle essen zu viel Zucker, zu viel Fett, zu viele Weißmehl-Produkte. Zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Obst und Gemüse. Nur: Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist es noch schwieriger, sich Obst und Gemüse zuzubereiten. Ich als blinder Mensch zum Beispiel kann nur schwer schneiden. Ich nehme inzwischen teureres Mini-Gemüse wie kleine Karotten, kleine Paprika. Dann brauche ich jeweils nur einen Schnitt. …

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