Römer, Dom und Schokolade: Die Rheinmetropole Köln bezirzt mit gelassener Lebensart

von Gerti Keller

Beitragsbild/ Foto: Udo Haake/ KölnTourismusGmbH

In der »fünften Jahreszeit« erheitern gelassene Kölner sich und ihre Besucher. Doch auch jenseits des Karnevals hat die Stadt mit ihrer zweitausendjährigen Geschichte viel zu bieten – von den Resten einer römischen Altstadt bis zu dem berühmten Dom.

Aller guten Dinge sind drei: Zum einen sind die Kölner ganz besonders stolz auf »ihren« Dom. Dort ruhen in einem goldenen Schrein die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Um sie herum ist der steinerne Gotik-Gigant in mehreren Jahrhunderten Bauzeit fast in den Himmel gewachsen und lässt jeden Besucher klein wie eine Ameise aussehen.

»Kölle«, wie die Rheinmetropole von ihren Bewohnern liebevoll genannt wird, bietet außerdem rund 2 000 Jahre Geschichte. Sie beginnt mit den Römern, deswegen halten die Einheimischen sie auch für die mediterranste Stadt Deutschlands. Im Jahr 50 nach Christus gründete Agrippina, die Mutter Neros, mit ihrem Gemahl Kaiser Claudius die Colonia am Rhein. Villen, Thermen und Tempel wuchsen aus dem Boden, frisches Wasser kam über Aquädukte bis zu 100 Kilometer weit aus der Eifel.

Vor allem aber ist die kleinste Millionenstadt der Republik bekannt und beliebt für ihre tolerante, weltoffene Atmosphäre und jede Menge Geselligkeit. Denn Köln ist ein »Jeföhl« (kölsch für Gefühl). Um das zu erspüren, unternehmen wir eine Tour durchs Herz der Stadt. Wir wählen eine Route, die möglichst über neueres Pflaster führt. Ein bisschen abenteuerlich, aber machbar!

Die Altstadt erkunden

Wir starten am Hauptbahnhof, Ausgang »Dom«. Rechts neben der großen Treppe befindet sich ein Lift (Türbreite 98 cm), der uns auf die Domplatte bringt. Hunderte Menschen aller Nationen tummeln sich hier jeden Tag. Ebenerdig rollen wir in die Kathedrale. Wir bestaunen das von Gerhard Richter gestaltete Fenster, das aus rund 11 000 Farbquadraten besteht, rollen im Altarraum am Dreikönigsschrein vorbei und kommen auf der linken Seite zu der als wundertätig verehrten kleinen Schmuck-Madonna, unter der immer ein Meer von Kerzen brennt. Wieder an der frischen Luft umrunden wir den Dom und steuern auf das linke Fenster des Römisch-Germanischen-Museums zu. Der Blick fällt in der Tiefe auf das Dionysos-Mosaik, den Esszimmer-Boden einer römischen Villa. Weiter geht es auf der linken Seite des Museums an Sarkophagen vorbei.

Beitragsbild/ Foto: KölnTourismusGmbH

Wir wenden uns nach rechts und rollen durch die Mitte des Römisch-Germanischen Museums an weiteren antiken Funden vorbei zurück auf die Domplatte, wo wir uns links halten. Bei der Treppe werfen wir einen Blick auf eine Römerstraße. Dann überqueren wir den Platz hin zu den Beeten, von wo aus wir stufenlos auf die Straße gelangen. Vor uns liegt der Heinzelmännchen-Brunnen, der die Sage der hilfreichen Kölner Hausgeister erzählt.

Beitragsbild/ Foto: Jens Korte/ KölnTourismusGmbH

»Reiben an der Nase von Tünnes soll Glück bringen«

Wir rollen linkerhand die Straße Am Hof hinunter, überqueren eine Straße mit abgesenkten Bordsteinen und den Platz schräg links zur Philharmonie. Hier folgen wir dem roten Backsteinpflaster Richtung Rhein. Vor der Brunnenlandschaft biegen wir rechts ab.

Nun reiht sich ein Lokal ans andere. Sie sind in der Regel nicht barrierefrei, aber: Die Außengastronomie ist ebenerdig und ein öffentliches Rollstuhlfahrer-WC befindet sich in der Nähe (Im Stapelhaus, Frankenwerft 35). Der Zugang erfolgt über das Damen-WC, der Schlüssel ist beim Personal erhältlich. Die Türbreite beträgt nur 82 Zentimeter. Das WC ist von links befahrbar. Es hat dort einen klappbaren Stützgriff, rechts ist ein Griff an der Wand, und es gibt ein Haltereck von der Decke. Geöffnet: Montag bis Freitag: 10 bis 20 Uhr, Samstag, Sonntag bis 21 Uhr.

Unser Weg führt uns nun über den Fischmarkt mit seiner Postkartenansicht der bunten Altstadthäuser und dann zum Rhein. Über Asphalt steuern wir auf die Pegeluhr zu. Direkt danach wenden wir uns nach rechts in die Altstadt. Tipp: Hier befindet sich ein weiteres öffentliches Rolli-WC. Es geht leicht bergauf.

Wir biegen in den lauschigen Eisenmarkt ab. Dort residiert das urkölsche Hänneschen-Stockpuppentheater. Wir folgen der schmalen Tipsgasse, überqueren die Salzgasse, wobei es für drei Meter über grobes Pflaster geht, und tauchen in den dunklen Durchgang gegenüber ein. Wir finden uns in einem Biergarten wieder und wenden uns hier nach links ins Kastellgässchen. Wir sehen den Ostermannbrunnen, der nach dem populären Karnevalisten benannt wurde. Noch davor geht es rechts durch den Durchgang, wieder drei Meter über altes Pflaster, und dann durch eine Lücke in der Bebauung nach links.

Auf diesem Platz treffen wir in der linken Ecke die beiden Originale Tünnes und Schäl. Tünnes’ bronzene Knollennase ist ganz blank gerieben, das soll Glück bringen. Wer mag, besichtigt schwellenlos die romanische Kirche Groß St. Martin. Ansonsten schlüpfen wir durchs Martinspförtchen auf den Platz »Alter Markt«.

Gilden im Zims

Nun naht die erste Einkehr: Wir wenden uns nach links zum Heumarkt, wo gleich an der Ecke im »Gilden im Zims« die »Heimat Kölscher Helden« residiert. Der getäfelte Gastraum zeigt berühmte Bürger der Stadt wie Konrad Adenauer und Heinrich Böll und ist durch die breite Tür stufenlos zugänglich. Die große barrierefreie Toilette hat zwei klappbare Stützen (links 50 cm Platz, rechts 80 cm) und ist von rechts befahrbar. Wir haben typisch rheinische Gerichte bestellt, knusprig gebratene und nicht zu fettige Rievkoche mit Apfelmus für 7,50 Euro und Kohl-roulade Blau Gold mit Speck und Kartoffelpüree für 13,50 Euro. Alles war leckere, deftige Haus-mannskost und kein Touri-Nepp.

Über das Seidmacherinnengäßchen geht es zurück. Der Bürgersteig wird kurz ein bisschen eng, es gibt eine Kante und geht erneut etwas bergauf. Links residiert das Wallraf-Richartz-Museum mit seiner Gemäldesammung. Auf der Baustelle rechterhand entsteht das Jüdische Museum. Dahinter lugt das Rathaus hervor. An der Ecke ist das Farina-Haus, wo einst das Kölnisch-Wasser entstand. Wir bewegen uns weiter geradeaus auf Obenmarspforten und biegen rechts ab auf die stets bevölkerte Hohe Straße.

Beitragsbild/ Foto: Gilden im Zims

Brauhaus am Dom

Über die Domplatte gelangen wir zum Hauptbahnhof, wo wir ein kühles, erfrischendes Kölsch im Brauhaus Gaffel am Dom genießen. Zu dem leichten, hellen Bier in den schmalen Gläsern hat uns der Sauerbraten für 16,90 Euro gut gemundet. Das Rindfleisch war zart und mit Mandeln bestreut, der Rotkohl mit großen Apfelstücken verfeinert. Die Sattmacher bei diesem Essen waren die beiden Kartoffelklöße. Und die Sauce war schön sauer, wie es sich für das klassische rheinische Gericht gehört. Zwar bekommt man Vergleichbares in anderen Restaurants oft günstiger, aber auch die Kölner lieben ihre Brauhäuser, den oft rauen Charme des Köbes, des kölschen Kellners, und das Ambiente eines riesigen Schankraums mit alten Braukesseln.

Rollstuhlfahrer können schwellenlos einen der beiden Eingänge des Lokals nutzen. Nur die vorhandene Behindertentoilette ist nicht ganz optimal, da rechts und links vom WC zwei nicht-klappbare Stützen installiert sind.

Beitragsbild/ Foto: Andreas Mötgen/ KölnTourismusGmbH

Schokoladenmuseum

Noch ein kulinarischer Museumstipp: Auf einer Halbinsel im Rheinauhafen zieht das Schokoladenmuseum alljährlich 650 000 Besucher magisch an. Es erzählt die Geschichte des braunen Golds von den Anfängen in Südamerika bis zu einer Miniatur-Produktionsanlage, die die heutige Herstellung demonstriert. Highlight ist der drei Meter hohe Schokoladenbrunnen. Alle Ausstellungen sind über Aufzüge zu erreichen. Damit Rollstuhlfahrer alles sehen können, wurden Spiegel angebracht.

Beitragsbild/ Foto: Dieter Jacob/ KölnTourismusGmbH

Das jecke Köln

Ob 2021 der Karneval komplett ausfällt, stand zu Redaktionsschluss noch nicht endgültig fest. Trotzdem: Kein Reisetipp über Köln wäre vollständig ohne die fünfte Jahreszeit. Nirgendwann sonst kommt das »Jeföhl« besser zum Ausdruck, nirgendwo sonst in Deutschland lässt man die jecke Zeit ausgelassener hochleben. Und Rollifahrer können gleich zwei der großen Umzüge erleben – mittendrin und doch ganz bequem auf der rollstuhlgerechten, überdachten Tribüne des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) auf dem Heumarkt. Dort werden zwei bis drei Reihen für sie und ihre Begleitpersonen reserviert. Ein beheizbarer, rollstuhlgerechter Toiletten-Container sowie ein weiteres Dixi-Rolli-WC stehen bereit. Direkt dahinter befindet sich eine Unfall -und Hilfsstation. Diese Option gibt’s für den Rosenmontagszug sowie für die »Schullun Veedelszöch« am Karnevalssonntag, die von Kölner Schülern und Stadtteilvereinen gestalten werden. Der Münchner Michael Dörrich ist seit mehreren Jahren dabei und genießt die Atmosphäre. »Die Kölner können einfach feiern«, sagt er: »Die ganze Veranstaltung ist nicht so steif, alle machen mit und sind gut drauf. Und die Tribüne ist eine tolle Sache. Man sitzt da eng mit anderen Rollstuhlfahrern zusammen, ist gut geschützt und kann von dort aus auch super sehen.«

Um maximalen Spaß zu haben, sollte man sich verkleiden. Michael Dörrich kam bislang immer als Clown. »Ich brauche ein Kostüm, in das ich reinpasse. Eine Latzhose klappt super. Aber vielleicht gehe ich nächstes Jahr als Indianer…«, sagt der 57-Jährige, der meist im Campingbus anreist. Seine Assistenz kommt direkt aus Köln. »Ohne geht’s nicht«, betont der querschnittgelähmte Lokalpolitiker, der sich zuhause in München als Behindertenbeauftragter für seinen Stadtteil engagiert.

Überhaupt ist Planung das A und O. Denn im Karneval geht es in der Domstadt wilder zu als sonst. Am Rand der Umzüge stehen die Jecken dicht an dicht. Selbst wenn man in der vorderen Reihe einen Platz ergattert hat, kommt man dann kaum wieder weg. Geschweige denn zum WC. Denn auch die Lokale sind rappelvoll, an ein Durchqueren im Rollstuhl ist nicht zu denken. »Man muss morgens wirklich rechtzeitig los, sonst kommen Sie nicht mehr durch die Menge zur Tribüne«, rät auch Michael Dörrich. Über die Haltestelle Heumarkt funktioniert das ansonsten aber gut. Dort gibt es mehrere Aufzüge. Deren Funktionstüchtigkeit wird von den LVR-Mitarbeitern zudem kontrolliert.

Essen und vor allem Trinken sollte man sich mitbringen, oder man ernährt sich von den Kamellen, also von Süßigkeiten, die von den Umzugswagen aus auch auf die Tribüne fliegen. Aber aufgepasst: »Die Jecken werfen ganze Tafeln Schokolade. Das kann schon weh tun, wenn man das abbekommt. Da duck ich mich dann immer…«, schmunzelt Dörrich, der immer eine ganze Woche in Köln bleibt. »Ich besuche auch die Kneipen in der Innenstadt. Die Leute sind sehr hilfsbereit«, sagt er, schränkt aber gleichzeitig ein: »Wenn man fast erdrückt wird, weil so viel Menschen um einen rumstehen, macht es irgendwann keinen Spaß mehr.« Dann radelt er alternativ mit seinem Handbike den Rhein entlang. »Das ist wunderschön. Man kann auf beiden Seiten hin- und zurückfahren. Das ist eine ganz tolle Fahrradstrecke. Ich bin schon bis Leverkusen gekommen.«

Tipp: Der Straßenkarneval lässt sich auch bei den kleineren Zügen durch die einzelnen Stadtviertel erleben, den sogenannten Veedelszügen. Beliebt sind beispielsweise Ehrenfeld oder Nippes, die am Dienstag stattfinden. Da finden Rollstuhlfahrer noch genug nette Plätzchen.

Beitragsbild/ Foto: Heike Fischer LVR
Beitragsbild/ Foto: Heike Fischer LVR
Beitragsbild/ Foto: Heike Fischer LVR

Übernachten

25 Hours Hotel The Circle

2018 eröffnete das coole Hotel in dem denkmalgeschützten Rundbau des Gerling-Konzerns aus den 1950er Jahren. In der alten Schalterhalle, in der die Versicherungskunden früher ihre Beiträge bar einzahlten, befindet sich heute das Foyer im Retro-Look. Darüber liegen die Hotelzimmer, drei davon sind als behindertenfreundlich zertifiziert. Und eigentlich ist alles prima – von den Türbreiten über tiefergelegte Knöpfe bis zum niedrigen Schalter für die Bad-Fußbodenheizung. Nur die beiden Haltestützen an der Toilette waren bei unserem Besuch nicht klappbar, was aber auf unsere Anregung hin geändert werden soll. Dann wäre das WC von links befahrbar. Die Dusche (90 x 90 cm) ist schwellenlos mit Haltegriff, es gibt einen separaten Duschsitz. Das geräumige Zimmer ist ebenfalls im hippen Retro-Futurismus-Stil eingerichtet, die Betthöhe beträgt 45 cm. Das israelische Restaurant in der achten Etage bietet einen fantastischen Rundblick. Um auf die Außenterrasse zu kommen, empfiehlt sich der Eingang hinter dem Kamin. Hier ist die Tür mehr als 1,30 m breit und die Terrasse geräumiger. Gleich daneben ist die Monkey Bar. Wichtig: Der Parkplatz 032 in der Tiefgarage ist für Rollifahrer, kann allerdings nicht freigehalten werden. Hier befindet sich auch der Eingang zum Hotel, beide Türen öffnen sich automatisch.

Beitragsbild/ Foto: 25Hours Hotel The Circle
Beitragsbild/ Foto: 25Hours Hotel The Circle

Hostel Köln

Hotelniveau zu Hostelpreisen bietet diese Unterkunft in Nähe des zentralen Neumarkts. Die Ausstattung ist funktional, die Atmosphäre locker. Es kommen auch viele integrative Schulklassen. Es gibt zwei geräumige Rolli-Zimmer mit je zwei Betten, die neben- oder auseinander-gestellt werden können. Das Bad besitzt zwei klappbare Stützen, links vom WC sind 80 cm Platz. Es gibt einen Duschsitz, nur der Spiegel ist zu hoch. Gruppen können sich die barrierefreien Bäder teilen. Im fünften Stück befindet sich ein geräumiges Restaurant mit Selbstbedienung. Nur auf die Dachterrasse kommen Rollis nicht, dafür in den begrünten Innenhof. Für die Anreise gilt: Rollifahrer sollten anrufen, dann wird das Tor zu den zwei großen Rolli-Parkplätzen geöffnet. Die Durchfahrt hat eine Höhe von 2,80 Metern und ist damit auch für Sprinter geeignet.

Beitragsbild/ Foto: Copyright HOSTEL KÖLN
Beitragsbild/ Foto: Gerti Keller

Art’Otel Cologne

Das 2010 eröffnete Designhotel liegt im Rheinauhafen und bietet neben dem tollen Blick durch die riesigen Fensterfronten auch Kunst. Es sind zahlreiche Bilder der koreanischen Künstlerin SEO ausgestellt, einer Schülerin von Georg Baselitz. Rollifahrer kommen mit der großzügigen, modernen Architektur gut klar.

Foyer und Lobby sind luftig, es geht ebenerdig zum Frühstücksbuffet, wo ebenfalls genug Platz vorhanden ist. Auch die Ankunft ist sehr bequem, so man sich anmeldet. Dann wird einer der Parkplätze vor der Tür freigehalten und ein Mitarbeiter geleitet den Gast zum Lift. Von dort aus (die Türen sind rund 1,20 Meter breit) gelangt man über einen breiten Gang zur Rezeption, die allerdings nicht tiefergelegt ist.

Tipp: Kurz vor der Rezeption gibt es eine barrierefreie Toilette. Die Aufzüge haben eine Breite von 90 cm. Von den 280 Zimmern sind drei barrierefrei. Diese sind je 24 qm breit und können mittels einer Verbindungstür mit einem zweiten Doppelzimmer verbunden werden. Die Türbreite beträgt 105 cm, das WC ist jeweils von links oder rechts befahrbar. Es gibt zwei klappbare Haltestützen sowie einen Duschsitz in der ebenerdigen Dusche. Das Waschbecken ist 65 cm hoch. Auf die Dachterrasse kommen Rollifahrer leider nicht.

Beitragsbild/ Foto: Gerti Keller
Beitragsbild/ Foto: Gerti Keller

In die sieben Berge

Lust auf eine Bootsfahrt? Wir testen die kleine, charmante MS Loreley.

Die Herausforderung steht gleich am Anfang. Denn wie gut man mit dem Rolli an Bord kommt, hängt vom Wasserstand ab. Schon bei normalem Pegel führt die Rampe relativ steil nach unten, manchmal steht das Schiff aber auch waagerecht, ab und an geht’s sogar bergauf. Aber: Die kräftigen Jungs vom Schiff packen mit an. Bei extremem Niedrigwasser ist der Zugang jedoch unmöglich.

An Bord funktioniert alles bestens. Der Aufzug, der sich gleich neben dem 1,50 Meter breiten Eingang befindet, bringt Rollifahrer auf fast alle Decks. Die rollstuhlgerechte Toilette befindet sich unten. Deren Türbreite beträgt wegen des hereinragenden Waschbeckens nur 76 cm. Ansonsten ist es geräumig. Neben dem WC hat man links 62 cm Platz, rechts 72 cm. Beidseitig befinden sich hochklappbare Stützen.

Die klassische Route führt ins Siebengebirge, eine romantische Landschaft aus Burgen und Ruinen. Dazu geht es über Bonn am sagenumwobenen Drachenfels vorbei nach Königswinter und weiter bis in die Weinstädtchen Unkel oder Linz. Tipp: Es fahren immer unterschiedliche Schiffe. Rollifahrer sollten daher unter Telefon 0221 208 83 18 nicht nur ein Ticket reservieren, sondern vor allem nachfragen, welches im Einsatz ist. Nur so kann man sicher gehen, nicht eventuell auf einem nicht-rollstuhlgerechten Mietsschiff zu landen.

Beitragsbild/ Foto: Gerti Keller
Beitragsbild/ Foto: Gerti Keller
Beitragsbild/ Foto: Gerti Keller

Fazit

Mit etwas Vorbereitung können auch Rollifahrer das leicht verrückte Köln in ihr Herz schließen. Wichtig ist: immer gelassen bleiben. »Jeder Jeck is anners«, heißt es dort. Das drückt sich auch in dem »kölschen Grundgesetz« aus, zu dessen Lebensweisheiten »Et kütt wie et kütt« (Es kommt wie es kommt) und »Wat fott es, es fott« (Was fort ist, ist fort) gehören. Das Wichtigste für Kölner ist: Meckern gilt nicht, Besucher müssen die Rheinmetropole unbedingt in ihr Herz schließen. Denn die Kölner halten ihre Stadt für den Nabel der Welt. Also: Kein Altbier bestellen, nicht von Fortuna Düsseldorf schwärmen, und einfach »Hey Kölle, du ming Stadt am Rhing« mitsingen, auch, wenn man den Text nicht kennt. Dann wird einem überall geholfen. Und dann bewahrheitet sich auch Regel drei: »Et hätt noch immer joot jejange« (Es ist noch immer gutgegangen).

Kommentare

Walti Rauber

16. Dezember 2020 um 13:33 Uhr

Hallo Thomas Beschaffe Dir einfach ein FreeWheel, welches Du schnell am Trittbrett montierst und dann fährst Du locker über Kieswege, Rasen und Kopfsteinplaster. Ich habe das auf all meinen Reisen, in Russland, Mongolei, China, Iran, Armenien, wie auch in ganz Süd/Mittelamerica dabei, möchte es nicht mehr missen, ebenso meine Partnerin, weil es auch im Notfall zum Schieben viel einfacher ist, weil das 12 Zoll Rad vorne nicht einstecken kann. Gruess Walti

Barrierefreier Urlaub in Köln - Hostel AG

09. Dezember 2020 um 09:59 Uhr

[…] kannst du noch mehr über deinen barrierefreien Urlaub in Köln […]

Thomas Rees

06. Dezember 2020 um 17:10 Uhr

Leider wurde im Bericht nicht erwähnt, dass es in der Kölner Altstadt sehr viel Kopfsteinpflaster gibt. Besonders grobes Pflaster ist vor dem Schokoladenmuseum verlegt worden. Ich sage immer: Kopfsteinpflaster ist des Rollstuhl´s Tod, speziell der kleinen Lenkräder. Die Schrauben sind mir schon mehrmals gebrochen. Das sage ich als echter Kölner und meide deshalb die Altstadt. Thomas Rees aus Köln

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