WATTENMEER UND STEIFE BRISE: Die Nordsee-Insel Langeoog bietet barrierefreien Badespaß und eine gemütliche Inselbahn

von Catharina Escales

Spazierwege aus Holzbohlen führen durch die Dünenlandschaft und am Strand entlang
© Catharina Escales

Vierzehn Kilometer feiner Sandstrand umrahmen die zauberhafte ostfriesische Nordseeinsel im Wattenmeer der deutschen Bucht. Die »Lange Insel« darf sich seit 1830 Seebad nennen und ist seitdem bei Besuchern für Urlaube wie Tagesausflüge beliebt. Die Küste Niedersachsens mit der Weserund Emsmündung ist nicht weit, die Überfahrt mit der Fähre binnen kurzer Zeit möglich. Und drüben angekommen weitet sich der Blick.

Es locken die schöne Inselgeographie mit Dünenlandschaft und Inselwäldchen, Wattenmeer und kleinem Süßwassersee, sowie ein charmantes Dörfchen mit allem, was das Urlauberherz begehrt. Als einzige Nordseeinsel kommt Langeoog dabei ohne Küstenschutzbauwerke aus, so dass Feriengäste rundherum einen freien Blick auf das Meer genießen können. Über allem ragt der alte Leuchtturm als Wahrzeichen auf und macht die Kulisse des Eilandes unverwechselbar. 

Langeoog, das bedeutet Ruhe und Entschleunigung. Schon die einstündige Überfahrt mit der Fähre lässt bei vielen das Gefühl von Urlaub aufkommen. Die Sicht auf den in der Ferne liegenden Horizont entspannt die Augen. Und wer durch die sanfte Dünenlandschaft spaziert, das Gras leise im Wind rauschen hört und vielleicht noch das Glück hat, den Vogelzug betrachten zu können, dem geht das Herz auf und der Stresspegel sinkt.

Langeoog steht für sanfte Landschaft und Nordseegefühl, für Strandurlaub zu jeder Jahreszeit, für Küstenwind und Sanddorngrog, gemütliche Stunden in schönen Lokalen und ein besonderes Naturerlebnis im Wattenmeer. 

Inselguide »Langeoog barrierefrei«

»Wir freuen uns über jeden Menschen, der diesen außergewöhnlich schönen Flecken Erde entdecken möchte und es sollte jedem ermöglicht werden. «Mit dieser schönen Einleitung werden wir online auf www.langeoog.de/inselguide/barrierefrei-erleben begrüßt. Die Einstimmung ist Programm. Sowohl auf dieser Internetseite als auch bei der Touristeninformation selbst bekommen wir nützliche Informationen und das Gefühl, dass für die Barrierefreiheit der Insel viel getan wurde. Und wird, denn man macht keinen Hehl daraus, mit dem Ist-Zustand noch lange nicht zufrieden zu sein. Wir freuen uns aber über all das, was es schon gibt und was bereits wunderbar beschrieben ist.

Unter dem Link www.langeoog.de/inselguide/ barrierefreie-services sind Hilfsangebote und nützliche Adressen wie Arztpraxen, Rollstuhlverleih und mobile Pflege aufgelistet.

Zusätzlich gibt es eine gedruckte Broschüre »Langeoog Barrierefrei«, in der teilweise ande- res steht als online. Die Broschüre ist bei der örtlichen Touristeninformation erhältlich und kann vorab telefonisch bestellt oder als PDF zugeschickt werden. Unter anderem finden sich dort ein paar Adressen von Lokalen mit Behinderten-WCs sowie barrierefreie Spaziergänge über die Insel. Allerdings ist die Broschüre aus dem Jahr 2015 und in manchen Punkten nicht mehr ganz aktuell. Im früheren Restaurant He ́Tant beispielsweise ist heute das Ebbe & Flut untergebracht. Die Behindertentoilette existiert aber nach wie vor.

Themenspaziergänge

Ausflüge mit Inselführern zu verschiedenen Themen werden beworben und explizit inihrer Eignung für Menschen mit Behinderung beschrieben. So sind etwa Führungen zum Thema Zugvögel oder »Von Mord, Marineund Mäusen« dabei, die für Rollstuhlfahrer ebenso geeignet sind wie für Menschen mit Mobilitätseinschränkung, Lernschwierigkei-ten oder Hörbehinderung. So heißt es online: »Für Gäste mit Hörschwierigkeiten steht eine Personen-Führungsanlage zur Verfügung, so kommen auf Außenführungen und im Saal die Ansprachen direkt ans Ohr. Bitte unbedingt einen Tag vorher bei dem jeweiligen Veranstalter anmelden. Ausführliche Informationen erhalten Sie bei Ihren Gästeführern – fragen Sie nach! « Für detailliertere Fragen sind die jeweiligen Kontaktpersonen angegeben (www.langeoog.de/veranstaltungen).

Anreise mit der Fähre

»Auf Langeoog beginnt der Urlaub mit der Anfahrt« wirbt der Inselguide zu Recht für die schöne Anreise. Etwa sechsmal am Tag, je nach Jahreszeit, pendelt eine Fähre zwischen Langeoog und Bensersiel mit angeschlossener Bimmelbahnfahrt ohne lange Wartezeiten. Vom Küstenhafen bis zum Dorf der Insel beträgt die Reisedauer etwa eine Stunde. Der Fähranleger in Bensersiel ist modern und prima barrierefrei, mit breiten Wegen zu den Schaltern, niedrigen Tresen, einem gemütlichen Cafébereich, Rolli-WC und natürlich stufenloser Auffahrt zur Fähre selbst. Es gibt einen größeren Parkplatz, an dem das Auto abgestellt werden kann. Als Alternative bringen auch Busse die Besucher zu naheliegenden Bahnhöfen und Ort- schaften.

In der Schalterhalle können nicht nur die Fähr- tickets selbst erworben werden. Mit dabei ist auch die Langeoog-Card. Diese bietet viele Vor- teile, wie darüber zahlbare Kurtaxe, die Nut- zung der Bimmelbahn, täglich eine bestimmte Zeit freier Eintritt ins Schwimmbad und manches mehr.

Das mittlere Deck der Fähre ist stufenlos zugänglich. Dort gibt es mehrere Rollstuhl-stellplätze mit Fensterblick, außerdem einen Speisebereich. Ein kleiner Kiosk verkauft hier Lebensmittel ohne Plastik (beispielsweise auf Recycling-Holztellerchen) und man kann sich auf gepolsterte Sitzbänke mit Tischen umsetzen. Einzig eine drei Zentimeter hohe Schwelle ist auf dem Weg dorthin zu überwinden.

Gepäckdienst

Am Schalter im Fährterminal kann ein Gepäckdienst gebucht werden. Danach gibt man sein Gepäck an einem weiteren Schalter auf und es wird bis vor die Tür der Unterkunft gebracht. Gleiches gilt für den Rückweg: Wer möchte, lässt seine Taschen und Koffer im Feriendomizil abholen und nimmt sie erst in Bensersiel wieder entgegen. Fragen hierzu kann auch der Gepäckdienst direkt beantworten: Gepäckdienst Heyken, Telefon 04972 / 6060.

Fortbewegung auf Langeoog

Die kleine Nordseeperle ist autofrei. Vom Hafen quer über die Insel zum Örtchen gelangt man mit der bunten Bimmelbahn, mit Pferdekutschen, Fahrrädern, oder zu Fuß. Kleine Elektro-Fahrzeuge oder Pferdekutschen liefern Getränke, transportieren den Müll ab und bringen wichtige Güter von A nach B. Die Spazierwege sind in der Regel breit und ausgezeichnet instand.

Über die kleinen Straßen und breiten Spazier- wege kommt man mit dem Rollstuhl super voran. Die Bordsteine sind regelmäßig abgesenkt. Sogar an Wege aus Holzbohlen durch die Dünen wurde gedacht, einer führt beispielsweise an einen Strandkorb für Menschen mit Handicap oder zu den Strandrollstühlen. Insgesamt ist das Vorankommen auf der Insel so stressfrei, wie es eben sein kann. Kein Hupen, kein Im-Weg-Fühlen: Hier ist Urlaubsstimmung und man teilt sich die Fußgängerzonen selbstverständlich mit Fußgängern, Zweirädern und Vierrädern.

Bimmelbahn

Am Hafen auf Langeoog steht bei Ankunft der Fähre schon die bunte kleine Inselbahn bereit. Die Wagen sind stufenlos einfahrbar und es gibt zwei extra Waggons mit breiten Türen und zahlreichen Stellplätzen, auf denen Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen Vorrang haben. Sie sind rot angemalt und damit leicht zu finden. Als zusätzliche Hilfe sind die Einstiegsbereiche auf dem Bahnsteig markiert.

Bummeln und Schlemmen im Dörfchen

Eine der süßesten Straßen im Ort mit den meisten Geschäften und Lokalen ist die Barkhausenstraße. Hier finden sich gleich zwei Restaurants mit Behinderten-WC: Das Ristorante Pizzeria Luciano ist ein richtiger Italiener zum Geniessen. Es ist modern und schick eingerichtet, mit dunklen Holztönen, dezenter Beleuchtung und Steinoptik an den Wänden. Es gibt lange Tafeln für gemütliche Runden, lauschige Ecken für romanische Dinner unter vier verliebten Augen genauso wie Familientische mit Kinderstühlchen. Ein Ort zum Wohlfühlen und Genießen des Dolce Vita.

Die Klassiker der italienischen Gaumenfreuden stehen ebenso auf der Karte wie saisonale Kreationen. Von der Lasagne über die Steinpilztagliatelle bis hin zu Salbei-Gnocci und Miesmuscheln in Weißwein-Sud. Als Getränke werden neben den üblichen Verdächtigen auch Säfte und Limonaden aus der Region angeboten. Mein Sanddorn-Aperitif hat mir zum Beispiel ganz ausgezeichnet geschmeckt. Der Service ist gut und es gibt nicht nur ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer, sondern auch ein barrierefreies WC. Rechts ist ein Meter Platz zum Anfahren sowie eine klappbare Haltestange.

»Ebbe und Flut«: Restaurant und Weinbar Wand an Wand

Das Restaurant Ebbe und Flut ist maritim und modern, schick und doch gemütlich. Hier fühlen wir uns direkt wohl. Holztische, handgeschriebene Tafeln mit Tagesgerichten, Panora-mabilder der Küstenlandschaft, ein toller Tresen und hier und da Details wie eine Kerze oder Kissen laden zum Ankommen ein. Wir wurden mit Baby sehr freundlich empfangen. Trotzdem gab es auch romantische Ecken für Paare und lange Tische für Gruppen. Eine gute Mischung.

Es gibt eine kleine Mittags – und eine umfangreichere Abendkarte. Mein Mann hatte Hunger und bestellte die Pasta mit gemischten Pilzen. Statt Sahnesauce überraschte uns eine toll gebratene Kreation, mit frischen Kräutern und dem Aroma auf den Punkt gerösteten Knoblauchs. Klasse!

Bei mir war es mehr Appetit. So wählte ich eine kleine Speise, das geröstete Graubrot Tomate-Mozzarella. Schlicht an sich, aber doch ein kleines Kunstwerk: Frisches Brot, an der einen Seite geröstet, an der anderen Seite in zerlassene Butter gestippt. Darauf zunächst Salatblätter mit Caesars Dressing, gefolgt von reichlich Tomaten- und Mozzarella-Scheiben. Liebevoll garniert mit Kresse, Parmesan und Balsamico- Creme. Herrlich!

Der Drink des Tages, ein Sanddorncocktail (mit weißem und braunem Rum, Orangensaft, Maracujasaft und natürlich frischem Sanddornsaft) schmeckte herrlich frisch, sauer und süß zugleich. Zum Abschluss teilten wir uns eine Sanddorn Crème brûlée.

Schmunzeln musste ich über das süße, handgemalte WC-Türschild am Behinderten-WC, das einen Rollifahrer neben dem Schriftzug »Barrierefrei« zeigt. Die Aufschrift hält prinzipiell, was sie verspricht: Das WC hat klappbare Haltegriffe und kann zu beiden Seiten mit einem guten Meter Platz theoretisch angefahren werden. Leider steht einiges herum und somit im Weg: links vom WC Schrubber und Staubsauger, rechts ein Müll- und ein Windeleimer. Für problemloses Anfahren müssen sie zur Seite geräumt werden.

Badespaß in Meer und Schwimmbad

Der feine Sandstrand lädt mit seinem flachen Übergang ins Nordseewasser zu ausgedehnten Spaziergängen und Badespaß ein. Auf Langeoog ist das auch mit Gehbehinderung entspannt möglich: Es gibt Spazierwege aus Holzbohlen mit sanften Steigungen durch die Dünenlandschaft und am Strand entlang. An mehreren Stellen stehen öffentliche Behinderten-WCs zur Verfügung, so an der Strandpromenade mit beiderseits einem Meter Platz zum Anfahren und klappbaren Haltegriffen.

Am besten ist jedoch der große Fuhrpark an barrierefreien Strand- und Schwimmrollstühlen. Zur Flotte gehören ein Strandrollstuhl, ein Strand-Liege-Rollstuhl, ein Liege-Schwimmrollstuhl sowie ein motorisiertes Strand-Mobil (Kontakt Tel. 0174 155 33 46). Diese Spezialrollstühle können von Mai bis September bei den Rettungsschwimmern vom DLRG und in der Nebensaison im Kur- und Wellnesscenter gegen Pfand ausgeliehen werden.

Einige Strandkörbe sind so an die Holzwege gestellt, dass man sie gut mit dem Rollstuhl erreichen kann. Da die Anzahl sehr begrenzt ist, wird eine zusätzliche Option angeboten: auf Wunsch kann ein Weg von bis zu drei Metern vom Holzweg zum Strandkorb mit speziellen Matten überbrückt werden. Die Strandkorb-Servicestation, bei der man den Strandkorb mietet, hilft hierzu gerne weiter.

Badespaß bei jedem Wetter garantiert das Meerwasser-Erlebnisbad. Wellenbad und Rutsche, Kinderbecken und Traumgrotte, Whirlpool und Saunalandschaft laden zum Spielen oder Entspannen ein. Das Schwimmbad ist auf Barrie- refreiheit geprüft. Der Eingang ist stufenlos, es gibt Umkleiden und WCs für Menschen im Rollstuhl. Ein Duschrollstuhl kann ausgeliehen werden. Die meisten Becken sind über flache Stufen mit Handlauf erreichbar. In das große Wellenbad kann man komplett stufenlos mit sanft abfallender Neigung einfahren. Die Schwimmaufsicht ist gerne behilflich.

Tipp: Mit der Langeoog-Card hat man in der Hauptsaison täglich anderthalb Stunden freien Eintritt, in der Nebensaison sind es zwei Stunden.

Nebenan im Kur- und Wellness-Center können therapeutische Anwendungen im Meerwasser durch ein Therapiebecken mit Hebevorrichtung genutzt werden. Weiterhin sind physiotherapeutische Maßnahmen buchbar. Wir selbst haben sie allerdings nicht getestet. Näheres erfahren Sie bei Bedarf telefonisch unter 04972-693 215.

Barrierefreie Wattwagenfahrten

Zu Ferien am Wattenmeer gehören natürlich auch Unternehmungen im Watt. Besonders Wattwagenfahrten sind für viele ein Highlight. Wie gut, dass dieses Vergnügen hier auch für Menschen mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer möglich ist.

»Uwes Pferdemobil« ist so umbaubar, dass ein Rollstuhl darin Platz findet. Über eine mobile Rampe geht es hinein in den blauen, von zwei Pferden gezogenen Planwagen. Wattfahrten, Inselausflüge und »Taxifahrten« sind möglich, allerdings mit Voranmeldung: Uwe Klüver, Tel. 0179-761 47 88.

Zu Besuch im Haus der Insel mit Schiff- fahrtsmuseum und Lego-Langeoog

Im Haus der Insel von Langeoog befinden sich ein kleines Schifffahrtsmuseum, eine Dauerausstellung zum Thema Müll im Meer, ein
paar Tierpräparate zur Fauna der Insel, eine Lese-Lounge und vor allem der kleine aber heiß geliebte Publikumsmagnet Lego-Langeoog. Hier finden oft Veranstaltungen wie Lesungen oder Seminare statt. Außerdem stehen kostenloses WLAN und von Frühjahr bis Herbst eine Tischtennisplatte zur Verfügung.

Tipp: Jeden Dienstagvormittag um 10.30 Uhr gibt es im großen Saal eine Gästebegrüßung mit vielen nützlichen Informationen für Besucher der Insel. Abgesehen von dem Museum ist alles stufenlos zugänglich und es gibt ein Behinderten-WC mit reichlich Platz auch für Elektrorollstühle. Es kann zur rechten Seite bei 1,20 Meter Platz angefahren werden, mit rechtsseitig klappbarer und links an der Wand fest montierter Haltestange.

Zu allererst fällt im Inneren des Hauses die Vitrine mit den präparierten Inselvögeln in den Blick, die von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen neugierig beäugt werden. Die meisten der Exemplare sind zum Glück noch nicht ausgestorben und wer die Namen aufmerksam liest, der kann den ein oder anderen Vogel später draußen in den Dünen und auf den Wellen wiedererkennen.

Nächste Station ist das kleine Schifffahrtsmuseum. Es ist leider in die Jahre gekommen, mit fleckigem Teppich und vergilbten Bildern. Außerdem führen Stufen in den oberen und unteren Ausstellungsteil. Trotzdem ist es spannend, sich die alten Plakate, die mit wunderschönen Bildern für Schiffsreisen werben, zu bestaunen. Daneben gibt es zahlreiche Schiffsmodelle und Utensilien vom Leben an Bord. Ein besonderer Blickfang sind die »Taufscheine«, welche den Matrosen nach einer teils üblen »Taufzeremonie« bei ihrer ersten Äquatorüberquerung ver- liehen wurden.

Kommen wir nun zum eigentlichen Highlight dieses Ortes, dem liebevoll und detailreich gestalteten Lego-Langeoog aus mehr als einer Million Steinen. Die Erbauer Andreas und Kai

Böker, ein Vater-Sohn-Gespann, schufen das kleine Meisterwerk in fünf Jahren Liebesmüh. Unzählige kleine Besonderheiten sind zu entdecken: Szenen aus dem täglichen Leben auf der Insel, naturgetreue Nachbauten historischer Gebäude, detailgetreue Landschaftsmotive (alleine die kleinen Möwen sind ein Kunstwerk für sich!). Aber auch kleine Scherze sind zu finden: Wer aufmerksam sucht findet Filmhelden wie Harry Potter oder Darth Vader, die Urlaub auf Langeoog machen.

Barrierefreie Wanderungen über die Insel

In dem Flyer »Langeoog Barrierefrei« werden einige Wanderungen beschrieben, die gut mit dem Rollstuhl möglich sind. Neben den bereits genannten gibt es einen wunderschönen breiten Weg quer durch das Insel-Wäldchen hindurch zum Hafen. Die Strecke in eine Richtung beträgt drei Kilometer. Der Weg ist eben, es gibt kein nennenswertes Gefälle, keine nennenswerten Steigungen. Die Oberfläche der Route besteht zu größten Teilen aus großflächigen Betonplatten mit Fugen, sowie einem relativ festen Waldweg. Wem der Rückweg vom Fähranleger zu weit ist, der kann einfach abkürzen und die Inselbahn nehmen.

Eine weitere schöne Tour führt zum Infohaus »Altes Wasserwerk«. Dort ist eine interessante Dauerausstellung eingerichtet, in der die Besucher viel Wissenswertes über die Wasserver- sorgung der Insel erfahren können. Erklärt wird der Süßwasserkreislauf und wie die Wasserlinse, das natürliche Reservoir, erhalten und gespeist wird. Die kleine Ausstellung ist barrierefrei zu- gänglich. Das letzte Wegstück zum alten Was- serwerk ist jedoch mit Kopfstein gepflastert und etwas holprig.

Hotel Bethanien und das Ferienhotel Schwedenhaus

Bei der Suche nach für Rollstuhlfahrer geeigneten Unterkünften auf Langeoog hilft die örtliche Touristeninformation gern weiter. Sehr groß
ist die Anzahl nicht, also lohnt sich eine zeitige Buchung. Wir sind bei unserem Besuch zwar privat untergekommen, konnten uns aber das Hotel Bethanien mit seinen barrierefreien Zim- mern kurz anschauen.

Es ist ein christliches Haus, die Angebote an Andachten, Gottesdiensten und Konzerten sind natürlich freiwillig. An Verpflegung wird alles von Halbpension bis Vollpension angeboten. Gäste mit Behinderung sind herzlich willkommen. Es gibt zwei für Rollstuhlfahrer ausgelegte barrierefreie Zimmer im Hotel Bethanien und zwei im Schwedenhaus, dem mehr für Familien, Gruppen und junge Leute ausgelegten zweiten Haus. Sie verfügen über ein rollstuhlgerechtes Bad mit erhöhtem WC, Haltegriffen, Kippspiegel und unterfahrbarem Waschbecken, sowie natürlich einfahrbarer Dusche mit Duschstuhl bei Bedarf. Die Zimmer sind modern eingerichtet und von den Maßen her für einen Rollstuhlwendekreis bestens geeignet.

Im Haus Bethanien ist die Telefonanlage zusätzlich mit Sonderfunktionen für Menschen mit Hör- und Sehbehinderung ausgestattet. Ansonsten unterscheiden sich die Häuser vor allem vom Ambiente her: Das Hotel Bethanien ist mit Teppichboden und Blau- und Gelbtönen gemütlich eingerichtet. Das Schwedenhaus eher in dem modernen skandinavischen Stil mit Natur- hölzern, sowie Weiß, Grau- und Ockertönen.

In die Behindertentoilette führt eine Schiebetür mit Haltegriffen innen wie außen, die über 1,20 Meter breit aufgleitet. Rechts und links der Toilette ist jeweils gut 120 cm Platz zum Anfahren, sowie an beiden Seiten ein klappbarer Haltegriff. Der Spiegel am Waschbecken ist kippbar, linksseitig ist ein klappbarer Haltegriff befestigt.

Sowohl am WC als auch am Waschbecken gibt es eine Notrufleine. Für Malheure gibt es einen Wasserschlauch und einen Abfluss im Boden. Die Inhaber Birgit und Hans-Jürgen Haller ha- ben auf der Insel den Ruf, viel dafür zu tun, dass sich Ihre Gäste wie zuhause fühlen. Außerdem sind sie der Natur sehr verbunden und achten darauf, ihr Haus nachhaltig zu bewirtschaften.

Fazit

Langeoog lädt Menschen jeden Alters und mit diversen Mobilitätseinschränkungen zu einem wundervollen Urlaub an der Nordsee ein. Die Infrastruktur ist super: von den ausgezeichneten Informationen vorab durch die Touristeninformation über Leihangebote wie etwa die diversen Strandmobile bis hin zu Themenführungen, Ausflugsfahrten und Badespaß. Es steht alles zur Verfügung, was man für eine schöne Zeit am Wattenmeer erträumt. Einzig die Unterkunftssuche bietet nicht ganz so viele Adressen, so dass man frühzeitig schauen und reservieren sollte. Hat man aber erst einmal das Passende gefunden, so ist die Reise spätestens vom Fähranleger an ein entspanntes Vergnügen.

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