Empowerment kann jeder buchen

von Gabriele Wittmann

Portrait-Fotos der Trainerinnen Ines Spilker und Kerstin Wöbbeking
© ISL e.V

»Empowerment« lautet ein Ansatz, den Aktivisten und Psychologen bereits ab den 1960er Jahren entwickelten. Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) bietet derzeit Empowerment-Schulungen für behinderte und chronisch kranke Menschen an. Die Trainerinnen Ines Spilker und Kerstin Wöbbeking erklären, worauf es ihnen ankommt.

Was ist Empowerment?

Empowerment ist eine Lebenshaltung, die von fünf Säulen getragen wird: Selbstachtung, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Diese Lebenshaltung besagt, dass wir viel stärker, größer und fähiger sind, als wir zu denken wagen. Als »empowerter Mensch« übernehmen wir Verantwortung für unser Handeln und unsere Entwicklung. Wir entscheiden selbst, statt uns mit Entscheidungen anderer über uns abzufinden.  

Was bedeutet »Selbstbestimmung«?

Ein Mensch kann aufgrund einer körperlichen Einschränkung vollkommen unselbstständig sein und in hohem Maße von Hilfe oder Assistenz durch andere Menschen abhängig. Das schließt aber nicht aus, dass er selbst über sein Leben bestimmen kann. Denn auch mit einer körperlichen Einschränkung können Wünsche geäußert und Anweisungen gegeben werden, zum Beispiel wann, wo und welche Art von Hilfestellung benötigt wird. Selbstbestimmt leben zu wollen setzt voraus, dass wir uns über unsere eigenen Wünsche und Ziele klar werden.

Welche Rolle spielen Empowerment-Schulungen in diesem Prozess?

Als selbst chronisch kranke Trainerinnen möchten wir in unseren Schulungen gemeinsam mit den Teilnehmern ihren persönlichen Weg finden, um aus jeder individuellen Lebenssituation heraus ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ein Empowerment-Training unter Gleichen kann betroffene Menschen darin unterstützen, ihre Bedürfnisse zu identifizieren und Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Es geht darum, selbstbewusst für eigene Interessen einzutreten und sich frei zu machen von bevormundenden Strukturen.

Wie kann man teilnehmen?

Selbsthilfegruppen und Vereine oder auch Beiräte für Menschen mit Behinderungen buchen uns für bestehende Gruppen. Meist stellen sie Förderanträge bei Stiftungen. Selbsthilfegruppen können außerdem Förderanträge bei Krankenkassen stellen. Neben der Durchführung von Seminaren und Workshops stehen wir auf Wunsch auch bei der Planung und Organisation zur Seite.

Interessierte können sich auf eine Warteliste setzen lassen: empowerment@bifos.de,

oder sich beraten lassen, wie das Training in den eigenen Landkreis kommt:

Tel. 0151 183 391 00 (Ines Spilker) und 0170 321 47 44 (Kerstin Wöbbeking).   

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel in der Rubrik

Datenschutz-Einstellungen (Cookies)

Wir setzen Cookies auf den Internetseiten des Rollstuhlkurier ein. Einige davon sind für den Betrieb der Website notwendig. Andere helfen uns, Ihnen ein verbessertes Informationsangebot zu bieten. Da uns Datenschutz sehr wichtig ist, entscheiden Sie bitte selbst über den Umfang des Einsatzes bei Ihrem Besuch. Stimmen Sie entweder dem Einsatz aller von uns eingesetzten Cookies zu oder wählen Ihre individuelle Einstellung. Vielen Dank und viel Spaß beim Besuch unserer Website!