Arztpraxen ohne Barrieren: Zwei Frauen messen aus

von Gabriele Wittmann

Karen Müller und Kerstin Hagemenn prüfen die Barrierefreiheit in Arztpraxen
© Patienten-Iniative e. V./ K. Müller/ K. Hagemann

Jeder Mensch hat das Recht auf freie Arztwahl, doch nur jede dritte Praxis ist barrierefrei. Durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (§ 75 SGB V) müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVs) seit Jahresbeginn über die Barrierefreiheit von Arztpraxen informieren. Zwar gibt es nun eine bundesweite Empfehlung, doch jedes Bundesland muss sie selbst auslegen.

Einen ganz anderen Weg geht seit Jahren ein Modell-Projekt: Zwei Mitarbeiterinnen einer Hamburger Patienten-Initiative beschreiben die örtlichen Arztpraxen bis ins Detail. Wir fragten Karen Müller, die das Projekt mit aufgebaut hat: Reichen Beschreibungen wie »barrierefrei« oder »bedingt barrierefrei« nicht aus?

Karen Müller: Das ist sehr ungenau. Weil: Was verstehen Sie unter »rollstuhlzugänglich « und was verstehe ich darunter? Abgesehen davon sind das alles Selbstauskünfte der Ärzte. Man ist also auf die Urteilsfähigkeit derjenigen angewiesen, die da etwas angekreuzt haben. Und die Kriterien sind sehr grob. Man muss sich als Patient im Zweifelsfall noch einmal alles am Telefon beschreiben lassen. Und dann wird trotzdem manchmal eine Schwelle von drei Zentimetern übersehen, weil sie für Fußgänger keine Rolle spielt …

Sie begutachten Arztpraxen für das Projekt »Barrierefrei: Wir sind dabei« detaillierter. Wie gehen Sie vor?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel in der Rubrik